LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

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Herbert Thomson Herbert Thomson
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LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Hallo liebe Community,hier möchte ich gerne einmal eine generelle Frage diskutieren: Wie
    kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
    gravierende Fehler gibt? Was läuft hier schief im Vergleich zu
    anderen OpenSource-Projekten wie Linux, die sehr viel stabiler sind?Ich habe mir kürzlich LibreOffice installiert, weil ich den Gedanken
    von Open Source sehr unterstützenswert finde und die Abhängigkeit
    durch Microsoft beenden wollte. Doch was ich erlebt habe hat mich
    wirklich entsetzt. Ich habe eine PowerPoint geöffnet und es hat
    keine 5 Sekunden gedauert, bis ich die ersten gravierenden Fehler
    bemerkt habe. Ich hatte gedacht, dass LibreOffice im Großen und
    Ganzen reibungslos funktionieren wird und erst wenn man ganz tief
    gräbt man etwas finden wird, das nicht so gut funktionieren wird,
    aber stattdessen fühlte sich die Software an wie eine Beta-Version
    eines Studentenprojektes.
Größtes Ärgernis ist, dass die Einbindung von Videos auf mehreren
      Ebenen kaputt ist. Zum einen haben es die Programmierernach
        über 5 (!) Jahrennicht geschafft, aktuelle Schnittstellen
      zum Decodieren von Videos unter Windows zu nutzen, sodass man sich
      irgendein obskures Zusatzprogramm installieren muss, das Formate
      nachrüstet, die Windows eigentlich schon von Haus aus wiedergeben
      kann. Zum anderen hat es selbst dann nicht funktioniert. Denn die
      Videos in meiner Präsentation wurden überhaupt nicht
      wiedergegeben. Zur Sicherheit habe ich nochmal eine neue
      ODF-Präsentation erstellt und wollte testen, ob es daran liegt,
      dass ich eine Präsentation in einem Fremdformat nutze, aber daran
      liegt es nicht. Die Video-Einbindung ist generell kaputt. Das
      Ergebnis ist also, dass ich in LibreOffice keine Videos verwenden
      kann, was für mich eine gewaltige Einschränkung bedeutet, da ich
      viel mit Videos zu tun habe und diese auch in einer Präsentation
      vorführen können muss.


Ich bin schockiert, wie solch grundlegenden Kern-Funktionen
      kaputt sein können. Ich habe entsprechendeKommentareundReportein Bugzilla hinterlassen, wo die ich die Dramatik dieser Situation
      deutlich gemacht habe, aber das Ergebnis war, dass man meine
      Beiträge lieber versteckt hat, als sich mit ihnen
      auseinanderzusetzen.  Nach dem Motto "geht mich nichts an, will
      ich nicht wissen." Vermutlich sind (deutsche) Werte wie
      Gründlichkeit und Präzision in der internationalen Community nicht
      so sehr ausgeprägt und man hat mich deshalb nicht verstanden...
      Wie könnte man erreichen, dass wieder mehr Wert auf Qualität
      gelegt wird? Anstatt irgendwelchehippen
        neuen Designsoder so zu programmieren, sollten man doch
      einmal die grundlegende Kern-Funktionalität gescheit
      programmieren. Erst dann kann man sich wieder dem "Vergnügen"
      widmen und sich mit kreativen Designs austoben.


Gerne würde ich dieses Projekt unterstützen und z.B. das, was ich
      zur Zeit an Lizenzgebühren abdrücke, dem Projekt zur Verfügung
      stellen, aber da muss auch bei den Projekt-Mitarbeitern der Wille
      da sein, die richtigen Prioritäten zu setzen, was ich so bisher
      leider nicht erkennen konnte... Oder sehen Sie das anders?


Vielleicht fehlt hier ein Linus Torvalds an der Spitze, der die
      Leute auf den richtigen Kurs bringt und ihnen deutlich seine
      Meinung sagt, wenn sie Schrott produzieren...


Viele Grüße,Herbert Thomson




--
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htietze htietze
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?


On 10.06.2018 18:19, Herbert Thomson wrote:
> Was läuft hier schief im Vergleich zu anderen OpenSource-Projekten
> wie Linux, die sehr viel stabiler sind? ... Ich habe mir kürzlich
> LibreOffice installiert, weil ich den Gedanken von Open Source sehr
> unterstützenswert finde und die Abhängigkeit durch Microsoft beenden
>  wollte.

Wie gut kann man ein Windows-Binary (exe) unter GNU Linux ausführen? (Wir sprechen nicht über das WINE Projekt.)

> Zum einen haben es die Programmierer nach über 5 (!) Jahrennicht
> geschafft, aktuelle Schnittstellen zum Decodieren von Videos unter
> Windows zu nutzen
Der Linux Kernel ist kein Cross-Plattform Projekt, bei dem Anwender eine Funktion unter allen Betriebssystem fordern können.

SCNR.

Abgesehen davon, dass sich jeder mal den Unmut von der Seele schreiben muss, magst du dein Anliegen vielleicht als eine Frage forumlieren, die hier beantwortet werden kann.

Beste Grüße,
Heiko


--
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Sophia Schröder-3 Sophia Schröder-3
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Herbert Thomson
Hallo Herbert, *,

zuerst einmal Danke für deine offenen Worte.

Hier meine persönliche Einschätzung:

Es gibt in unserem Projekt keine hierarchischen Strukturen, in denen
"von oben herab" bestimmt wird,
wo die Prioriäten zu setzen sind, wer sich worum zu kümmern hat.

Nicht alle von uns entwickeln Code, und das ist auch gut so. ;-)

Als ein von der Gemeinschaft getriebenes Projekt "leben" wir von den
vielfältigen Beiträgen unserer Mitglieder:

https://de.libreoffice.org/community/get-involved/

Jede(r) kann seine/ihre Stärken und Schwächen da einbringen, wo er/sie
möchte bzw.,
bei bezahlten Entwicklern, wofür sie von ihrem Arbeitgeber bezahlt werden.

Die Stiftung "The Document Foundation" unterstützt unterstützt im
übrigen Entwicklungsarbeiten
hauptsächlich von ihren Spendengeldern:
https://wiki.documentfoundation.org/Development/Budget2018

Was die Unterstützung von Videoformaten angeht:

Leider können wir schon aus rein lizenzrechtlichen Gründen nicht alle
Formate "mitliefern",
die es auf dem Markt so gibt.
Und dann sind da auch noch Unterschiede zwischen den Betriebssystemen,
und und und -
bin da keine Expertin, deswegen halte ich mich da bedeckt.

Ich bin bin mir aber sicher, dass es zu dem Thema "Videounterstützung"
schon verschiedene Bugreports gibt
und deswegen deine Berichte als Duplikate geschlossen worden sind. (Hab'
jetzt nicht nachgesehen.)
Das hat jetzt nichts mit "Verstecken" oder
"Nichtauseinandersetzenwollen" seitens QA zu tun,
sondern es ist schlicht deren - selbstgewählte, siehe oben - Aufgaben
diese Berichte und Kommentare gegenzuchecken um für die Entwickler die
Arbeit zu erleichtern und nur die relevanten Informationen bereitzustellen.

Am 10.06.2018 um 18:19 schrieb Herbert Thomson:

> Hallo liebe Community,hier möchte ich gerne einmal eine generelle Frage diskutieren: Wie
>      kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
>      gravierende Fehler gibt? Was läuft hier schief im Vergleich zu
>      anderen OpenSource-Projekten wie Linux, die sehr viel stabiler sind?Ich habe mir kürzlich LibreOffice installiert, weil ich den Gedanken
>      von Open Source sehr unterstützenswert finde und die Abhängigkeit
>      durch Microsoft beenden wollte. Doch was ich erlebt habe hat mich
>      wirklich entsetzt. Ich habe eine PowerPoint geöffnet und es hat
>      keine 5 Sekunden gedauert, bis ich die ersten gravierenden Fehler
>      bemerkt habe. Ich hatte gedacht, dass LibreOffice im Großen und
>      Ganzen reibungslos funktionieren wird und erst wenn man ganz tief
>      gräbt man etwas finden wird, das nicht so gut funktionieren wird,
>      aber stattdessen fühlte sich die Software an wie eine Beta-Version
>      eines Studentenprojektes.
> Größtes Ärgernis ist, dass die Einbindung von Videos auf mehreren
>        Ebenen kaputt ist. Zum einen haben es die Programmierernach
>          über 5 (!) Jahrennicht geschafft, aktuelle Schnittstellen
>        zum Decodieren von Videos unter Windows zu nutzen, sodass man sich
>        irgendein obskures Zusatzprogramm installieren muss, das Formate
>        nachrüstet, die Windows eigentlich schon von Haus aus wiedergeben
>        kann. Zum anderen hat es selbst dann nicht funktioniert. Denn die
>        Videos in meiner Präsentation wurden überhaupt nicht
>        wiedergegeben. Zur Sicherheit habe ich nochmal eine neue
>        ODF-Präsentation erstellt und wollte testen, ob es daran liegt,
>        dass ich eine Präsentation in einem Fremdformat nutze, aber daran
>        liegt es nicht. Die Video-Einbindung ist generell kaputt. Das
>        Ergebnis ist also, dass ich in LibreOffice keine Videos verwenden
>        kann, was für mich eine gewaltige Einschränkung bedeutet, da ich
>        viel mit Videos zu tun habe und diese auch in einer Präsentation
>        vorführen können muss.
>
>
> Ich bin schockiert, wie solch grundlegenden Kern-Funktionen
>        kaputt sein können. Ich habe entsprechendeKommentareundReportein Bugzilla hinterlassen, wo die ich die Dramatik dieser Situation
>        deutlich gemacht habe, aber das Ergebnis war, dass man meine
>        Beiträge lieber versteckt hat, als sich mit ihnen
>        auseinanderzusetzen.  Nach dem Motto "geht mich nichts an, will
>        ich nicht wissen." Vermutlich sind (deutsche) Werte wie
>        Gründlichkeit und Präzision in der internationalen Community nicht
>        so sehr ausgeprägt und man hat mich deshalb nicht verstanden...
>        Wie könnte man erreichen, dass wieder mehr Wert auf Qualität
>        gelegt wird? Anstatt irgendwelchehippen
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>        einmal die grundlegende Kern-Funktionalität gescheit
>        programmieren. Erst dann kann man sich wieder dem "Vergnügen"
>        widmen und sich mit kreativen Designs austoben.
>
>
> Gerne würde ich dieses Projekt unterstützen und z.B. das, was ich
>        zur Zeit an Lizenzgebühren abdrücke, dem Projekt zur Verfügung
>        stellen, aber da muss auch bei den Projekt-Mitarbeitern der Wille
>        da sein, die richtigen Prioritäten zu setzen, was ich so bisher
>        leider nicht erkennen konnte... Oder sehen Sie das anders?
>
>
> Vielleicht fehlt hier ein Linus Torvalds an der Spitze, der die
>        Leute auf den richtigen Kurs bringt und ihnen deutlich seine
>        Meinung sagt, wenn sie Schrott produzieren...
>
>
> Viele Grüße,Herbert Thomson
>
>
>
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Regards / Mit freundlichen Grüßen

Sophia Schröder
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German Language Team
Help Files Debugger
LibreOffice.org
IRC: SophiaS


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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Herbert Thomson
Lieber Herbert,

vielen Dank für Deine E-Mail.

Es ist verständlich, wenn man bestimmte Funktionen benötigt und diese
nicht so funktionieren, wie man möchte, dass ein Frustrationsgrad entsteht.

Wie Du schon richtig schreibst gibt es einige Wege, um Fehler zu melden
und konkret darzustellen (Mailinglisten, Bugzilla).

Wenn ein Fehler nicht rasch genug behoben wird, kann es daran liegen,
dass der Fehlermeldende seine Beschreibung nicht konkret genug abgegeben hat

oder es ein Fehler ist, der nicht genug User tangiert oder Anderes
gerade wichtiger ist.

Alle Mitwirkenden (nach meinem Wissen) geben die Richtung der
anstehenden Arbeiten weitestgehend selbst vor.

Selbstverständlich steht es Dir frei, Spenden in beliebiger Höhe an die
The Document Foundation zu tätigen, um bestimmte Fehler oder Themen zu
bearbeiten und LibreOffice

noch weiter zu verbessern. Auch Deine Mitwirkung am Projekt in jeglicher
Form wird dankend angenommen.

Freundliche Grüße

Harald


Am 10.06.2018 um 18:19 schrieb Herbert Thomson:

> Hallo liebe Community,hier möchte ich gerne einmal eine generelle Frage diskutieren: Wie
>      kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
>      gravierende Fehler gibt? Was läuft hier schief im Vergleich zu
>      anderen OpenSource-Projekten wie Linux, die sehr viel stabiler sind?Ich habe mir kürzlich LibreOffice installiert, weil ich den Gedanken
>      von Open Source sehr unterstützenswert finde und die Abhängigkeit
>      durch Microsoft beenden wollte. Doch was ich erlebt habe hat mich
>      wirklich entsetzt. Ich habe eine PowerPoint geöffnet und es hat
>      keine 5 Sekunden gedauert, bis ich die ersten gravierenden Fehler
>      bemerkt habe. Ich hatte gedacht, dass LibreOffice im Großen und
>      Ganzen reibungslos funktionieren wird und erst wenn man ganz tief
>      gräbt man etwas finden wird, das nicht so gut funktionieren wird,
>      aber stattdessen fühlte sich die Software an wie eine Beta-Version
>      eines Studentenprojektes.
> Größtes Ärgernis ist, dass die Einbindung von Videos auf mehreren
>        Ebenen kaputt ist. Zum einen haben es die Programmierernach
>          über 5 (!) Jahrennicht geschafft, aktuelle Schnittstellen
>        zum Decodieren von Videos unter Windows zu nutzen, sodass man sich
>        irgendein obskures Zusatzprogramm installieren muss, das Formate
>        nachrüstet, die Windows eigentlich schon von Haus aus wiedergeben
>        kann. Zum anderen hat es selbst dann nicht funktioniert. Denn die
>        Videos in meiner Präsentation wurden überhaupt nicht
>        wiedergegeben. Zur Sicherheit habe ich nochmal eine neue
>        ODF-Präsentation erstellt und wollte testen, ob es daran liegt,
>        dass ich eine Präsentation in einem Fremdformat nutze, aber daran
>        liegt es nicht. Die Video-Einbindung ist generell kaputt. Das
>        Ergebnis ist also, dass ich in LibreOffice keine Videos verwenden
>        kann, was für mich eine gewaltige Einschränkung bedeutet, da ich
>        viel mit Videos zu tun habe und diese auch in einer Präsentation
>        vorführen können muss.
>
>
> Ich bin schockiert, wie solch grundlegenden Kern-Funktionen
>        kaputt sein können. Ich habe entsprechendeKommentareundReportein Bugzilla hinterlassen, wo die ich die Dramatik dieser Situation
>        deutlich gemacht habe, aber das Ergebnis war, dass man meine
>        Beiträge lieber versteckt hat, als sich mit ihnen
>        auseinanderzusetzen.  Nach dem Motto "geht mich nichts an, will
>        ich nicht wissen." Vermutlich sind (deutsche) Werte wie
>        Gründlichkeit und Präzision in der internationalen Community nicht
>        so sehr ausgeprägt und man hat mich deshalb nicht verstanden...
>        Wie könnte man erreichen, dass wieder mehr Wert auf Qualität
>        gelegt wird? Anstatt irgendwelchehippen
>          neuen Designsoder so zu programmieren, sollten man doch
>        einmal die grundlegende Kern-Funktionalität gescheit
>        programmieren. Erst dann kann man sich wieder dem "Vergnügen"
>        widmen und sich mit kreativen Designs austoben.
>
>
> Gerne würde ich dieses Projekt unterstützen und z.B. das, was ich
>        zur Zeit an Lizenzgebühren abdrücke, dem Projekt zur Verfügung
>        stellen, aber da muss auch bei den Projekt-Mitarbeitern der Wille
>        da sein, die richtigen Prioritäten zu setzen, was ich so bisher
>        leider nicht erkennen konnte... Oder sehen Sie das anders?
>
>
> Vielleicht fehlt hier ein Linus Torvalds an der Spitze, der die
>        Leute auf den richtigen Kurs bringt und ihnen deutlich seine
>        Meinung sagt, wenn sie Schrott produzieren...
>
>
> Viele Grüße,Herbert Thomson
>
>
>
>


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Thorsten Behrens-6 Thorsten Behrens-6
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Herbert Thomson
Moin Herbert,

Du hast schon ein paar Antworten bekommen, lass mich daher mal
selektiv auf drei Punkte eingehen.

Für die Liste - es geht vermutlich um die folgenden beiden Bugs:
- tdf#118091
- tdf#62408

Du fragst:
> Wie kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
> gravierende Fehler gibt?
>
Naja, es gibt ebenso viele Leute, die LibreOffice privat und
professionell problemlos einsetzen. Die Relevanz von Bugs ist immer
relativ - wenn ich ein Feature (wie z.B. Videos) nicht verwende, habe
ich auch kein Problem mit Impress.

Jede Software hat Bugs (proprietäre wie OpenSource). Welche davon wann
gefixt werden, hat bei proprietärer Software nur der Hersteller in der
Hand, bei OpenSource wir alle.

> Was läuft hier schief im Vergleich zu anderen OpenSource-Projekten
> wie Linux, die sehr viel stabiler sind?
>
und

> Vielleicht fehlt hier ein Linus Torvalds an der Spitze, der die
> Leute auf den richtigen Kurs bringt und ihnen deutlich seine Meinung
> sagt, wenn sie Schrott produzieren...
>
Also selbst wenn das so sein sollte (ist es eher nicht -
https://lwn.net/Articles/742404/ und https://lwn.net/Articles/366648/
usf.), neu in eine Gruppe reinkommen & erstmal allen sagen, dass sie
'Schrott' produzieren ist nicht der beste Einstieg. ;)

Deine Bewertung der Qualität von LibreOffice will ich nicht beiseite
wischen, für Deinen Anwendungsfall ist das sicher derzeit ein
Ausschlusskriterium (falls Recodieren der Videos keine Option
ist). Allerdings muss ich Dir aus Projektsicht sagen, dass
grundsätzlich LibreOffice den Release- und QA-Prozess unter Kontrolle
hat - gemeldete Bugs werden nachvollzogen, Blocker und
sicherheitsrelevante Fehler zeitnah behoben, und die Anzahl offener
Bugs (in jeglicher Kategorie) ist stabil, d.h. es werden im Mittel
ebenso viele Bugs gefixt wie neue reinkommen.

Für _konkrete_ Bugs gibt es aber keine Garantie, dass die gefixt
werden - entweder findet sich jemand, der das freiwillig macht, oder
es wird jemand für den Fix bezahlt. Das ist aber bei Linux auch nicht
anders (siehe diverse Hardware, die eben halt ewig nicht supported
wurde).

> [...] aber das Ergebnis war, dass man meine Beiträge lieber
> versteckt hat, als sich mit ihnen auseinanderzusetzen.  Nach dem
> Motto "geht mich nichts an, will ich nicht wissen." Vermutlich sind
> (deutsche) Werte wie Gründlichkeit und Präzision in der
> internationalen Community nicht so sehr ausgeprägt und man hat mich
> deshalb nicht verstanden...
>
Hrm. Also zum Hintergrund: der Bugtracker ist kein
Anwendersupport-Forum, sondern eine Arbeitsplattform für QA und
Entwickler. Daher werden für den konkreten Bug nicht relevante
Kommentare ausgeblendet, sonst muss jeder Entwickler und
QA-Freiwillige erstmal seitenlange Texte lesen - was dem zügigen Fixen
von Bugs wiederum abträglich ist.

Und Du hast ja dann das Richtige getan, und einen separaten Bug
einstellt (konnte ich hier nicht nachstellen, hab aber auch eine alte
Version von K-Lite).

Viele Grüße,

-- Thorsten

--
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Thorsten Behrens-6 Thorsten Behrens-6
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by LO.Harald.Berger@t-online.de
Hi Herbert, hi Harald,

[hidden email] wrote:
> Selbstverständlich steht es Dir frei, Spenden in beliebiger Höhe an
> die The Document Foundation zu tätigen, um bestimmte Fehler oder
> Themen zu bearbeiten und LibreOffice noch weiter zu verbessern. Auch
> Deine Mitwirkung am Projekt in jeglicher Form wird dankend
> angenommen.
>
Dem kann ich nur beipflichten - wobei tatsächlich die aktive Teilnahme
aus meiner Sicht die sinnvollste, weil wirkungsreichste Variante ist.

Die Stiftung fördert zwar in sehr begrenztem Umfang auch Entwicklung
(wenn sich z.B. in einem Kernbereich dauerhaft keine Freiwilligen
finden) - das wäre hier evtl. gegeben - aber sowas wie Bug-Bounties
oder zweckgebundene Beiträge sind bisher nicht vorgesehen. Dazu muss
man auch mal in Relation setzen, wieviele Entwicklerstunden man von
typischen Spendenbeträgen so kaufen kann, und dass Bugfixing oder
Feature-Entwicklung in LibreOffice gerne mal mehrere Arbeitstage in
Anspruch nehmen.

Daher nochmal: eure Zeit, die ihr hier für's Projekt aufwendet, ist in
der Regel die weitaus größere Spende an die TDF.

Viele Grüße,

-- Thorsten

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dieterp dieterp
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Herbert Thomson
Lieber Herbert,

Sophia und Harald haben ja schon einige Infos gegeben. Deswegen dazu nur
noch ergänzend:

Ich arbeite bei Impress bisher nicht mit Videos, daher kann ich da
inhaltlich nichts zu sagen. Wenn es aber wirklich so ist - was ich nicht
weiß - dass sich Videos in Impress nicht oder kaum einbetten lassen,
fände ich das wirklich sehr verwunderlich und ärgerlich. Vermutlich gibt
es hier in der Liste aber Andere, die da mehr zu sagen können. Hilfeich
wäre es, wenn Du mal die Nummern Deiner Bugs nennen würdest; vielleicht
kann dann jemand besser erklären, was mit diesen Bug-Reports passiert ist.

Viele Grüße

Dieter


Am 10.06.2018 um 18:19 schrieb Herbert Thomson:

> Hallo liebe Community,hier möchte ich gerne einmal eine generelle Frage diskutieren: Wie
>      kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
>      gravierende Fehler gibt? Was läuft hier schief im Vergleich zu
>      anderen OpenSource-Projekten wie Linux, die sehr viel stabiler sind?Ich habe mir kürzlich LibreOffice installiert, weil ich den Gedanken
>      von Open Source sehr unterstützenswert finde und die Abhängigkeit
>      durch Microsoft beenden wollte. Doch was ich erlebt habe hat mich
>      wirklich entsetzt. Ich habe eine PowerPoint geöffnet und es hat
>      keine 5 Sekunden gedauert, bis ich die ersten gravierenden Fehler
>      bemerkt habe. Ich hatte gedacht, dass LibreOffice im Großen und
>      Ganzen reibungslos funktionieren wird und erst wenn man ganz tief
>      gräbt man etwas finden wird, das nicht so gut funktionieren wird,
>      aber stattdessen fühlte sich die Software an wie eine Beta-Version
>      eines Studentenprojektes.
> Größtes Ärgernis ist, dass die Einbindung von Videos auf mehreren
>        Ebenen kaputt ist. Zum einen haben es die Programmierernach
>          über 5 (!) Jahrennicht geschafft, aktuelle Schnittstellen
>        zum Decodieren von Videos unter Windows zu nutzen, sodass man sich
>        irgendein obskures Zusatzprogramm installieren muss, das Formate
>        nachrüstet, die Windows eigentlich schon von Haus aus wiedergeben
>        kann. Zum anderen hat es selbst dann nicht funktioniert. Denn die
>        Videos in meiner Präsentation wurden überhaupt nicht
>        wiedergegeben. Zur Sicherheit habe ich nochmal eine neue
>        ODF-Präsentation erstellt und wollte testen, ob es daran liegt,
>        dass ich eine Präsentation in einem Fremdformat nutze, aber daran
>        liegt es nicht. Die Video-Einbindung ist generell kaputt. Das
>        Ergebnis ist also, dass ich in LibreOffice keine Videos verwenden
>        kann, was für mich eine gewaltige Einschränkung bedeutet, da ich
>        viel mit Videos zu tun habe und diese auch in einer Präsentation
>        vorführen können muss.
>
>
> Ich bin schockiert, wie solch grundlegenden Kern-Funktionen
>        kaputt sein können. Ich habe entsprechendeKommentareundReportein Bugzilla hinterlassen, wo die ich die Dramatik dieser Situation
>        deutlich gemacht habe, aber das Ergebnis war, dass man meine
>        Beiträge lieber versteckt hat, als sich mit ihnen
>        auseinanderzusetzen.  Nach dem Motto "geht mich nichts an, will
>        ich nicht wissen." Vermutlich sind (deutsche) Werte wie
>        Gründlichkeit und Präzision in der internationalen Community nicht
>        so sehr ausgeprägt und man hat mich deshalb nicht verstanden...
>        Wie könnte man erreichen, dass wieder mehr Wert auf Qualität
>        gelegt wird? Anstatt irgendwelchehippen
>          neuen Designsoder so zu programmieren, sollten man doch
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>        programmieren. Erst dann kann man sich wieder dem "Vergnügen"
>        widmen und sich mit kreativen Designs austoben.
>
>
> Gerne würde ich dieses Projekt unterstützen und z.B. das, was ich
>        zur Zeit an Lizenzgebühren abdrücke, dem Projekt zur Verfügung
>        stellen, aber da muss auch bei den Projekt-Mitarbeitern der Wille
>        da sein, die richtigen Prioritäten zu setzen, was ich so bisher
>        leider nicht erkennen konnte... Oder sehen Sie das anders?
>
>
> Vielleicht fehlt hier ein Linus Torvalds an der Spitze, der die
>        Leute auf den richtigen Kurs bringt und ihnen deutlich seine
>        Meinung sagt, wenn sie Schrott produzieren...
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>
> Viele Grüße,Herbert Thomson
>
>
>
>


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Jörg Schmidt-2 Jörg Schmidt-2
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RE: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Herbert Thomson
Hallo,  

> From: Herbert Thomson [mailto:[hidden email]]
> Sent: Sunday, June 10, 2018 6:20 PM
> To: [hidden email]
> Subject: [de-discuss] LibreOffice Qualität - wieso gibt es
> noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

> Hallo liebe Community,hier möchte ich gerne einmal eine
> generelle Frage diskutieren: Wie
>     kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
>     gravierende Fehler gibt?

Leider richtige Beobachtung und gute Frage.

> Größtes Ärgernis ist, dass die Einbindung von Videos auf mehreren
>       Ebenen kaputt ist.

mmh ... ich glaube Ebenen (gemeint sind hier natürlich nicht Gliederungsebenen) gibt es in Impress nicht, sondern nur in Draw

> Zum einen haben es die Programmierernach
>         über 5 (!) Jahrennicht geschafft, aktuelle Schnittstellen
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> wiedergeben
>       kann.

Um welche Video-Formate und welches Zusatzprogramm geht es?

Ich arbeite selbst sehr wenig mit Videos und habe jetzt nur kurz mit dem Format mp4 getestet. Wenn ich dazu erst die passenden Codecs installiere, z.B. die Sammlung (die "Basic"-Variante genügt):
http://www.codecguide.com/download_kl.htm

habe ich in LO 5.1.6 Impress nur das Problem das in der Entwurfsansicht das Videoobjekt als Fragezeichen angezeigt wird, so als funktioniere es nicht, im Präsentationsmodus läuft es dann aber.

> Die Video-Einbindung ist generell kaputt.

eigentlich nicht, denn mp4 läuft hier bei mir unter Windows 7 und LO 5.1.6

> Ich habe
> entsprechendeKommentareundReportein Bugzilla hinterlassen, wo
> die ich die Dramatik dieser Situation
>       deutlich gemacht habe

kannst Du bitte die Links der Bugreports posten?



Gruß
Jörg


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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by dieterp
Hallo,

Lange hat es mit dem klite Codec Pack funktiert. Das kann sich aber in den
leutzten Jahren geändert haben. Dies wäre dann ein Rückschritt. Aber es
haben Videos schon Mal (mit klite Codec pack) funktioniert. Den braucht
auch MS Office von Zeit zu Zeit....

lg

Florian

<[hidden email]> schrieb am Mo., 11. Juni 2018 um 11:42 Uhr:

> Lieber Herbert,
>
> Sophia und Harald haben ja schon einige Infos gegeben. Deswegen dazu nur
> noch ergänzend:
>
> Ich arbeite bei Impress bisher nicht mit Videos, daher kann ich da
> inhaltlich nichts zu sagen. Wenn es aber wirklich so ist - was ich nicht
> weiß - dass sich Videos in Impress nicht oder kaum einbetten lassen,
> fände ich das wirklich sehr verwunderlich und ärgerlich. Vermutlich gibt
> es hier in der Liste aber Andere, die da mehr zu sagen können. Hilfeich
> wäre es, wenn Du mal die Nummern Deiner Bugs nennen würdest; vielleicht
> kann dann jemand besser erklären, was mit diesen Bug-Reports passiert ist.
>
> Viele Grüße
>
> Dieter
>
>
> Am 10.06.2018 um 18:19 schrieb Herbert Thomson:
> > Hallo liebe Community,hier möchte ich gerne einmal eine generelle Frage
> diskutieren: Wie
> >      kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
> >      gravierende Fehler gibt? Was läuft hier schief im Vergleich zu
> >      anderen OpenSource-Projekten wie Linux, die sehr viel stabiler
> sind?Ich habe mir kürzlich LibreOffice installiert, weil ich den Gedanken
> >      von Open Source sehr unterstützenswert finde und die Abhängigkeit
> >      durch Microsoft beenden wollte. Doch was ich erlebt habe hat mich
> >      wirklich entsetzt. Ich habe eine PowerPoint geöffnet und es hat
> >      keine 5 Sekunden gedauert, bis ich die ersten gravierenden Fehler
> >      bemerkt habe. Ich hatte gedacht, dass LibreOffice im Großen und
> >      Ganzen reibungslos funktionieren wird und erst wenn man ganz tief
> >      gräbt man etwas finden wird, das nicht so gut funktionieren wird,
> >      aber stattdessen fühlte sich die Software an wie eine Beta-Version
> >      eines Studentenprojektes.
> > Größtes Ärgernis ist, dass die Einbindung von Videos auf mehreren
> >        Ebenen kaputt ist. Zum einen haben es die Programmierernach
> >          über 5 (!) Jahrennicht geschafft, aktuelle Schnittstellen
> >        zum Decodieren von Videos unter Windows zu nutzen, sodass man sich
> >        irgendein obskures Zusatzprogramm installieren muss, das Formate
> >        nachrüstet, die Windows eigentlich schon von Haus aus wiedergeben
> >        kann. Zum anderen hat es selbst dann nicht funktioniert. Denn die
> >        Videos in meiner Präsentation wurden überhaupt nicht
> >        wiedergegeben. Zur Sicherheit habe ich nochmal eine neue
> >        ODF-Präsentation erstellt und wollte testen, ob es daran liegt,
> >        dass ich eine Präsentation in einem Fremdformat nutze, aber daran
> >        liegt es nicht. Die Video-Einbindung ist generell kaputt. Das
> >        Ergebnis ist also, dass ich in LibreOffice keine Videos verwenden
> >        kann, was für mich eine gewaltige Einschränkung bedeutet, da ich
> >        viel mit Videos zu tun habe und diese auch in einer Präsentation
> >        vorführen können muss.
> >
> >
> > Ich bin schockiert, wie solch grundlegenden Kern-Funktionen
> >        kaputt sein können. Ich habe entsprechendeKommentareundReportein
> Bugzilla hinterlassen, wo die ich die Dramatik dieser Situation
> >        deutlich gemacht habe, aber das Ergebnis war, dass man meine
> >        Beiträge lieber versteckt hat, als sich mit ihnen
> >        auseinanderzusetzen.  Nach dem Motto "geht mich nichts an, will
> >        ich nicht wissen." Vermutlich sind (deutsche) Werte wie
> >        Gründlichkeit und Präzision in der internationalen Community nicht
> >        so sehr ausgeprägt und man hat mich deshalb nicht verstanden...
> >        Wie könnte man erreichen, dass wieder mehr Wert auf Qualität
> >        gelegt wird? Anstatt irgendwelchehippen
> >          neuen Designsoder so zu programmieren, sollten man doch
> >        einmal die grundlegende Kern-Funktionalität gescheit
> >        programmieren. Erst dann kann man sich wieder dem "Vergnügen"
> >        widmen und sich mit kreativen Designs austoben.
> >
> >
> > Gerne würde ich dieses Projekt unterstützen und z.B. das, was ich
> >        zur Zeit an Lizenzgebühren abdrücke, dem Projekt zur Verfügung
> >        stellen, aber da muss auch bei den Projekt-Mitarbeitern der Wille
> >        da sein, die richtigen Prioritäten zu setzen, was ich so bisher
> >        leider nicht erkennen konnte... Oder sehen Sie das anders?
> >
> >
> > Vielleicht fehlt hier ein Linus Torvalds an der Spitze, der die
> >        Leute auf den richtigen Kurs bringt und ihnen deutlich seine
> >        Meinung sagt, wenn sie Schrott produzieren...
> >
> >
> > Viele Grüße,Herbert Thomson
> >
> >
> >
> >
>
>
> --
> Liste abmelden mit E-Mail an: [hidden email]
> Probleme?
> https://de.libreoffice.org/hilfe-kontakt/mailing-listen/abmeldung-liste/
> Tipps zu Listenmails: https://wiki.documentfoundation.org/Netiquette/de
> Listenarchiv: https://listarchives.libreoffice.org/de/discuss/
> Datenschutzerklärung: https://www.documentfoundation.org/privacy
>
--

Mit freundlichen Grüßen, | Yours,
Florian Reisinger

--
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Probleme? https://de.libreoffice.org/hilfe-kontakt/mailing-listen/abmeldung-liste/
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Datenschutzerklärung: https://www.documentfoundation.org/privacy
Herbert Thomson Herbert Thomson
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Hallo zusammen,

wie ich sehe hat mein Beitrag durchaus einen Nerv getroffen. Ich danke
für die zahlreichen Antworten.

Vorweg erst einmal die Bugs, auf die ich mich beziehe und ein paar
kleine Erläuterungen dazu. Irgendwie wurden die Links durch den
Mailversand gelöscht. Überall dort, wo im meinem Text Worte ohne
Leerzeichen aneinander sind, war ursprünglich ein Link. Hier nun die
Verweise in Textform.

https://bugs.documentfoundation.org/show_bug.cgi?id=62408
Dieser Bug existiert seit 5 Jahren. Es geht darum, eine neue
Schnittstelle von Windows zu nutzen, um auf neuere Codecs zugreifen zu
können. Dort hat sogar schon jemand gesagt, welchen Quellcode man ändern
müsste, damit das funktioniert und dass jetzt nur noch jemand gefunden
werden müsse, der das umsetzt. Dennoch konnte der Bug in den 5 (!)
Jahren nicht gelöst werden. Stattdessen muss man sich einen (nicht sehr
professionell aussehenden) 3rd-Party-Filter installieren, der die neuen
Codecs auch für alte Windows-Schnittstelle verfügbar macht. Das erzeugt
zusätzlich Abhängigkeiten und Fehlerquellen und macht das ganze höchst
fragil.

https://bugs.documentfoundation.org/show_bug.cgi?id=118091
Das ist der Folge-Bug, weil (was für eine Überraschung) ich selbst mit
diesem Filter keine Videos abspielen kann in einer Präsentation.
Resultat ist, dass ich zum jetzigen Stand keine Videos einbetten kann,
gar keine, null Chance.
Das ist eben das Problem, wenn anstatt es zu einmal gescheit zu
programmieren, immer nur ein Flicken nach dem anderen angebracht wird
und die Funktionen dann nur unter ganz bestimmten Bedingungen
funktionieren (Installation zig Zusatzprogramme etc.)

https://wiki.documentfoundation.org/ReleaseNotes/6.1#Impress_.26_Draw
Das ist der Changelog von Impress in Version 6.1, der zeigt, dass der
Fokus wohl auf dem erstellen neuer Designs zu liegen scheint.


Zu den Antworten möchte ich noch folgendes ergänzen:

Es mag zwar sein, dass einige Leute LibreOffice sehr zufrieden einsetzen
und dass andere Funktionen gut funktionieren, aber das nutzt mir nichts.
Video-Einbettung ist für mich eine unerlässliche Funktion, da ich mit
Videos zu tun habe und Ergebnisse meiner Arbeit in der Präsentation
zeigen können muss, was durchaus zu den Standardfunktionen einer
Präsentationssoftware gezählt werden kann. Daher hat LibreOffice in der
aktuellen Form auch einen Nutzwert von 0 für mich. Das ist wie wenn mir
jemand ein Auto anbieten würde, das keine Bremsen hat. Es mag sein, dass
in das Entwickeln der restlichen Elemente sehr viel Arbeit geflossen ist
und dass die Leute, die diese Elemente gemacht haben, auch sehr
talentiert und engagiert sind. Aber in der Summe ist das dann für mich
unbenutzbar und hat somit keinen Wert.

Es wurde gesagt, dass die Entwickler von LibreOffice alle freiwillig
arbeiten und jeder das macht, worauf er Lust hat. Aber man sollte sich
mal überlegen, wie so eine Haltung auf der Benutzer-Seite ankommt. Das
senkt natürlich meine Motivation, hier zu spenden, wenn ich damit - in
anderen Worten - nur das (Programmier-)Hobby anderer Leute finanziere,
bei dem, wenn ich ganz viel Glück habe, etwas brauchbares raus kommt
aber ansonsten niemand sich zu irgendwas verpflichtet fühlt. Und wenn
ich dann empirisch beobachte, dass da eben nach über zig Jahren
tatsächlich immer noch nichts brauchbares raus kommt, dann werde ich
doch mein (knappes) Geld nicht dazu verwenden, es in ein für mich
wahrgenommenes Fass ohne Boden zu werfen. Sondern dann müssen erst
einmal die strukturellen Probleme behoben werden.


Viele Grüße,
Herbert


Am 11.06.2018 um 12:35 schrieb Florian Reisinger:

> Hallo,
>
> Lange hat es mit dem klite Codec Pack funktiert. Das kann sich aber in den
> leutzten Jahren geändert haben. Dies wäre dann ein Rückschritt. Aber es
> haben Videos schon Mal (mit klite Codec pack) funktioniert. Den braucht
> auch MS Office von Zeit zu Zeit....
>
> lg
>
> Florian
>
> <[hidden email]> schrieb am Mo., 11. Juni 2018 um 11:42 Uhr:
>
>> Lieber Herbert,
>>
>> Sophia und Harald haben ja schon einige Infos gegeben. Deswegen dazu nur
>> noch ergänzend:
>>
>> Ich arbeite bei Impress bisher nicht mit Videos, daher kann ich da
>> inhaltlich nichts zu sagen. Wenn es aber wirklich so ist - was ich nicht
>> weiß - dass sich Videos in Impress nicht oder kaum einbetten lassen,
>> fände ich das wirklich sehr verwunderlich und ärgerlich. Vermutlich gibt
>> es hier in der Liste aber Andere, die da mehr zu sagen können. Hilfeich
>> wäre es, wenn Du mal die Nummern Deiner Bugs nennen würdest; vielleicht
>> kann dann jemand besser erklären, was mit diesen Bug-Reports passiert ist.
>>
>> Viele Grüße
>>
>> Dieter
>>
>>
>> Am 10.06.2018 um 18:19 schrieb Herbert Thomson:
>>> Hallo liebe Community,hier möchte ich gerne einmal eine generelle Frage
>> diskutieren: Wie
>>>      kann es sein, dass es immer noch so viele offensichtliche und
>>>      gravierende Fehler gibt? Was läuft hier schief im Vergleich zu
>>>      anderen OpenSource-Projekten wie Linux, die sehr viel stabiler
>> sind?Ich habe mir kürzlich LibreOffice installiert, weil ich den Gedanken
>>>      von Open Source sehr unterstützenswert finde und die Abhängigkeit
>>>      durch Microsoft beenden wollte. Doch was ich erlebt habe hat mich
>>>      wirklich entsetzt. Ich habe eine PowerPoint geöffnet und es hat
>>>      keine 5 Sekunden gedauert, bis ich die ersten gravierenden Fehler
>>>      bemerkt habe. Ich hatte gedacht, dass LibreOffice im Großen und
>>>      Ganzen reibungslos funktionieren wird und erst wenn man ganz tief
>>>      gräbt man etwas finden wird, das nicht so gut funktionieren wird,
>>>      aber stattdessen fühlte sich die Software an wie eine Beta-Version
>>>      eines Studentenprojektes.
>>> Größtes Ärgernis ist, dass die Einbindung von Videos auf mehreren
>>>        Ebenen kaputt ist. Zum einen haben es die Programmierernach
>>>          über 5 (!) Jahrennicht geschafft, aktuelle Schnittstellen
>>>        zum Decodieren von Videos unter Windows zu nutzen, sodass man sich
>>>        irgendein obskures Zusatzprogramm installieren muss, das Formate
>>>        nachrüstet, die Windows eigentlich schon von Haus aus wiedergeben
>>>        kann. Zum anderen hat es selbst dann nicht funktioniert. Denn die
>>>        Videos in meiner Präsentation wurden überhaupt nicht
>>>        wiedergegeben. Zur Sicherheit habe ich nochmal eine neue
>>>        ODF-Präsentation erstellt und wollte testen, ob es daran liegt,
>>>        dass ich eine Präsentation in einem Fremdformat nutze, aber daran
>>>        liegt es nicht. Die Video-Einbindung ist generell kaputt. Das
>>>        Ergebnis ist also, dass ich in LibreOffice keine Videos verwenden
>>>        kann, was für mich eine gewaltige Einschränkung bedeutet, da ich
>>>        viel mit Videos zu tun habe und diese auch in einer Präsentation
>>>        vorführen können muss.
>>>
>>>
>>> Ich bin schockiert, wie solch grundlegenden Kern-Funktionen
>>>        kaputt sein können. Ich habe entsprechendeKommentareundReportein
>> Bugzilla hinterlassen, wo die ich die Dramatik dieser Situation
>>>        deutlich gemacht habe, aber das Ergebnis war, dass man meine
>>>        Beiträge lieber versteckt hat, als sich mit ihnen
>>>        auseinanderzusetzen.  Nach dem Motto "geht mich nichts an, will
>>>        ich nicht wissen." Vermutlich sind (deutsche) Werte wie
>>>        Gründlichkeit und Präzision in der internationalen Community nicht
>>>        so sehr ausgeprägt und man hat mich deshalb nicht verstanden...
>>>        Wie könnte man erreichen, dass wieder mehr Wert auf Qualität
>>>        gelegt wird? Anstatt irgendwelchehippen
>>>          neuen Designsoder so zu programmieren, sollten man doch
>>>        einmal die grundlegende Kern-Funktionalität gescheit
>>>        programmieren. Erst dann kann man sich wieder dem "Vergnügen"
>>>        widmen und sich mit kreativen Designs austoben.
>>>
>>>
>>> Gerne würde ich dieses Projekt unterstützen und z.B. das, was ich
>>>        zur Zeit an Lizenzgebühren abdrücke, dem Projekt zur Verfügung
>>>        stellen, aber da muss auch bei den Projekt-Mitarbeitern der Wille
>>>        da sein, die richtigen Prioritäten zu setzen, was ich so bisher
>>>        leider nicht erkennen konnte... Oder sehen Sie das anders?
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>>>
>>> Viele Grüße,Herbert Thomson
>>>
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Sophia Schröder-3 Sophia Schröder-3
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Hallo Herbert, *,

Am 11.06.2018 um 19:44 schrieb Herbert Thomson:

> Hallo zusammen,
>
> wie ich sehe hat mein Beitrag durchaus einen Nerv getroffen. Ich danke
> für die zahlreichen Antworten.
>
> Vorweg erst einmal die Bugs, auf die ich mich beziehe und ein paar
> kleine Erläuterungen dazu. Irgendwie wurden die Links durch den
> Mailversand gelöscht. Überall dort, wo im meinem Text Worte ohne
> Leerzeichen aneinander sind, war ursprünglich ein Link. Hier nun die
> Verweise in Textform.
>
> https://bugs.documentfoundation.org/show_bug.cgi?id=62408
> Dieser Bug existiert seit 5 Jahren. Es geht darum, eine neue
> Schnittstelle von Windows zu nutzen, um auf neuere Codecs zugreifen zu
> können. Dort hat sogar schon jemand gesagt, welchen Quellcode man ändern
> müsste, damit das funktioniert und dass jetzt nur noch jemand gefunden
> werden müsse, der das umsetzt. Dennoch konnte der Bug in den 5 (!)
> Jahren nicht gelöst werden. Stattdessen muss man sich einen (nicht sehr
> professionell aussehenden) 3rd-Party-Filter installieren, der die neuen
> Codecs auch für alte Windows-Schnittstelle verfügbar macht. Das erzeugt
> zusätzlich Abhängigkeiten und Fehlerquellen und macht das ganze höchst
> fragil.
>
> https://bugs.documentfoundation.org/show_bug.cgi?id=118091
> Das ist der Folge-Bug, weil (was für eine Überraschung) ich selbst mit
> diesem Filter keine Videos abspielen kann in einer Präsentation.
> Resultat ist, dass ich zum jetzigen Stand keine Videos einbetten kann,
> gar keine, null Chance.
> Das ist eben das Problem, wenn anstatt es zu einmal gescheit zu
> programmieren, immer nur ein Flicken nach dem anderen angebracht wird
> und die Funktionen dann nur unter ganz bestimmten Bedingungen
> funktionieren (Installation zig Zusatzprogramme etc.)
Danke. :-)
>
> https://wiki.documentfoundation.org/ReleaseNotes/6.1#Impress_.26_Draw
> Das ist der Changelog von Impress in Version 6.1, der zeigt, dass der
> Fokus wohl auf dem erstellen neuer Designs zu liegen scheint.
  Stopp. Hier muss ich kurz ansetzen:
Es fokussiert sich kein "Team" auf irgendwas um anderes außer Acht zu
lassen.
Es gab schlicht ein paar tolle Designs, die wir mitliefern dürfen.
Danke an den / die Designer dafür, hat aber mit dem Entwicklungsprozess
(Code)
als solchen und deren jeweiligen Entwickler nichts zu tun.

  Zu den Antworten möchte ich noch folgendes ergänzen:

> Es mag zwar sein, dass einige Leute LibreOffice sehr zufrieden einsetzen
> und dass andere Funktionen gut funktionieren, aber das nutzt mir nichts.
> Video-Einbettung ist für mich eine unerlässliche Funktion, da ich mit
> Videos zu tun habe und Ergebnisse meiner Arbeit in der Präsentation
> zeigen können muss, was durchaus zu den Standardfunktionen einer
> Präsentationssoftware gezählt werden kann. Daher hat LibreOffice in der
> aktuellen Form auch einen Nutzwert von 0 für mich. Das ist wie wenn mir
> jemand ein Auto anbieten würde, das keine Bremsen hat. Es mag sein, dass
> in das Entwickeln der restlichen Elemente sehr viel Arbeit geflossen ist
> und dass die Leute, die diese Elemente gemacht haben, auch sehr
> talentiert und engagiert sind. Aber in der Summe ist das dann für mich
> unbenutzbar und hat somit keinen Wert.
>
> Es wurde gesagt, dass die Entwickler von LibreOffice alle freiwillig
> arbeiten und jeder das macht, worauf er Lust hat. Aber man sollte sich
> mal überlegen, wie so eine Haltung auf der Benutzer-Seite ankommt.
Das hat nichts mit falscher Haltung zu tun, sondern auch mit den
jeweiligen Fähigkeiten und Kapazitäten.
Kurz gesagt, wir haben das Problem fast aller OpenSource-Projekte:
schlicht zu wenig Leute mit zu wenig Zeit und das in allen denkbaren
Gebieten.
Meine persönliche To-Do-Liste reicht locker für die nächsten anderthalb
Jahre.
Und ich entwickle keinen Code (außerhalb meinen Fähigkeiten), kann bei
der Sache also auch nicht helfen.
Und keiner der Entwickler kennt die gesamte Codebase, geschweige denn,
wie sie funktioniert.
Die Ursprünge reichen in die StarOffice-Zeit hinein... .

>   Das
> senkt natürlich meine Motivation, hier zu spenden, wenn ich damit - in
> anderen Worten - nur das (Programmier-)Hobby anderer Leute finanziere,
> bei dem, wenn ich ganz viel Glück habe, etwas brauchbares raus kommt
> aber ansonsten niemand sich zu irgendwas verpflichtet fühlt. Und wenn
> ich dann empirisch beobachte, dass da eben nach über zig Jahren
> tatsächlich immer noch nichts brauchbares raus kommt, dann werde ich
> doch mein (knappes) Geld nicht dazu verwenden, es in ein für mich
> wahrgenommenes Fass ohne Boden zu werfen. Sondern dann müssen erst
> einmal die strukturellen Probleme behoben werden.
Wenn man von falschen Annahmen ausgeht, kann man auch nicht zu den
richtigen Schlussfolgerungen kommen. ;-)
Ich meine nicht, dass "alles in Butter" ist und das kein Potential zu
Verbesserungen da ist,
nur die Struktur dieses Projektes ist ein klein wenig anders, als Du Dir
das vorstellt.

Ich gebe Dir Recht, dass das Gießkannenprinzip,
in der Hoffnung, das das Richtige wächst , hier nicht funktioniert.
An dem Thema sind wir (die TDF) dran, technisch wohl kein größeres
Problem, aber die juristischen Fallstricke... .
> Viele Grüße,
> Herbert
--

Regards / Mit freundlichen Grüßen

Sophia Schröder
---
German Language Team
Help Files Debugger
LibreOffice.org
IRC: SophiaS


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Gerhard Weydt Gerhard Weydt
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Hallo Herbert, *,

es haben nun einige, zum Teil mehrfach, ihre Sicht zu dem Thema
dargestellt. Ein Gutteil waren Leute, die sehr engagiert an LibreOffice
arbeiten und sich vielleicht auch ein wenig "angegriffen" fühlten. Ich
möchte das aus der Sicht eines engagierten Anwenders (also offenbar
ähnlich zu dir) ergänzen. Das heißt, dass ich in meinem Fall die
Meldungen in diesem Forum intensiv verfolge und öfters antworte, an
Dokumentationen mitarbeite und öfters Bugs melde, aber keine Kompetenz
habe, selbst den Code von LibreOffice zu verändern.
Den Frust, dass eine Bug-Meldung nicht bearbeitet wird, kenne ich auch
(https://bugs.documentfoundation.org/show_bug.cgi?id=99125 ist zwei
Jahre alt, mein Gefühl sagt mir, dass das eher eine Kleinigkeit sein
müsste, weil es früher funktionierte, aber niemand hat das angepackt).
Aber andererseits stelle ich fest, dass von den vielen Bugs, die ich im
Laufe der letzten zwei, drei Jahre gemeldet habe, doch sehr viele
bereits erledigt sind oder schon für künftige Versionen vorgesehen sind,
wo ich teilweise noch keine Gelegenheit hatte, das zu testen. Auch ohne
detaillierte Analyse kann ich wohl sagen, dass drei Viertel der
gemeldeten Probleme erledigt sind.
Das lässt darauf schließen, dass die Fehlerkorrektur in LibreOffice im
Großen und Ganzen durchaus recht zeitnah funktioniert. Einige Fälle, wie
dein Problem, bleiben halt unberücksichtigt, aber ob das bei einer
zentralen Steuerung, wie du sie in anderem Kontext annimmst, anders
wäre, ist immer noch die Frage, auch da muss jemand das Problem für so
wichtig erachten, dass jemand mit der Lösung beauftragt wird. Auf meine
Meinung kommt es hier sowieso nicht an, weil mich keiner fragt und ich
selber nichts dazu beitragen kann, aber ich denke, dass das nicht so
einfach gelöst werden wird, weil es wegen der Vielzahl der verschiedenen
möglichen Formate einfach sehr kompliziert ist. ich würde annehmen, dass
es vielversprechender ist, die Videos so umzuwndeln, dass LibreOffice
sie verwenden kann, statt darauf zu bauen, dass LibreOffice Techniken
zur Verfügung stellt, die Videos im Originalformat zu verwenden.

Gruß

Gerhard

--
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RE: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Sophia Schröder-3
Hallo,

vorab:
gestern hat mein Outlook eine Mail falsch an Sophia direkt verschickt, ich will deshalb hier nochmals etwas sagen.

> From: Sophia Schröder [mailto:[hidden email]]
> Sent: Monday, June 11, 2018 8:22 PM
> To: [hidden email]
> Subject: Re: [de-discuss] LibreOffice Qualität - wieso gibt
> es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

> > Fokus wohl auf dem erstellen neuer Designs zu liegen scheint.
>   Stopp. Hier muss ich kurz ansetzen:
> Es fokussiert sich kein "Team" auf irgendwas um anderes außer Acht zu
> lassen.

Herbert hat hier nichts Negatives unterstellt, sondern nur konstatiert worauf der Fokus zu liegen kam  und dieser Fokus ist hier offensichtlich nur das Ergebnis der Einzeltätigkeiten aller Beteiligten im Rahmen ablaufender Prozesse. Warum kann man das nicht sagen(?)

Ich will sogar noch weitergehen: Wo wäre eigentlich das konkrete Problem sich auf etwas anderes fokussiert zu haben(?) Muss ein Projekt in jedem Detail, zu jedem Zeitpunkt, immer der Meinung jedes einzelnen Nutzers sein(?)

> Das hat nichts mit falscher Haltung zu tun, sondern auch mit den
> jeweiligen Fähigkeiten und Kapazitäten.

Das wäre schlimm, aber ich denke es ist nicht so.

> Kurz gesagt, wir haben das Problem fast aller OpenSource-Projekte:
> schlicht zu wenig Leute mit zu wenig Zeit

Das sehe ich völlig anders, denn ich hörte jüngst auf einer Anwendertagung bei einen Vortag, von einem Mitglied von LO, wieviele Entwickler LO hat.

> An dem Thema sind wir (die TDF) dran, technisch wohl kein größeres
> Problem, aber die juristischen Fallstricke... .

Warum, wenn es sie gäbe (was ich hier im Konkreten bezweifle!) taucht davon nichts in der Diskussion in den issues auf? (Oder übersehe ich da nur etwas?)



Gruß
Jörg


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Andreas Säger Andreas Säger
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Herbert Thomson
Ich wundere mich nur, dass ausgerechnet ein Windows-User wegen eines
zusätzlichen Codec-Paketes von 14,1 MB so eine Welle schiebt.

LibreOffice ist kein natives Windows-Programm. LibreOffice ist auf
Windows nur zu Gast. Es schreibt ein paar Icons und Zuständigkeiten in
die Registry, alle internen Settings landen in einem Profilordner, und
auch sonst nutzt es nur wenige systemspezifische Schnittstellen.


--
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Jörg Schmidt-2 Jörg Schmidt-2
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Hallo,

> -----Original Message-----
> From: Andreas Säger [mailto:[hidden email]]
> Sent: Tuesday, June 12, 2018 6:27 PM
> To: [hidden email]
> Subject: [de-discuss] Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt
> es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?
>
> Ich wundere mich nur, dass ausgerechnet ein Windows-User wegen eines
> zusätzlichen Codec-Paketes von 14,1 MB so eine Welle schiebt.

Missverständnis?

ich selbst habe zwar geschrieben das es bei mir, nach Installation der Codecs, funktioniert (Windows 7), aber der ursprüngliche Frager hat auf den von ihm verfassten Issue hingewiesen und dort steht das er das Codec-Paket installiert hat und es _trotzdem_ nicht funktioniert (Windows 10)



Gruß
Jörg


--
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Thorsten Behrens Thorsten Behrens
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Moin Jörg,

Jörg Schmidt wrote:
> ...aber der ursprüngliche Frager hat auf den von ihm verfassten
> Issue hingewiesen und dort steht das er das Codec-Paket installiert
> hat und es _trotzdem_ nicht funktioniert (Windows 10)
>
Yep, aber trotzdem ein ziemlich anmaßender Auftritt hier, weil halt
"sein" Blockerbug nicht gefixt ist.

Kein gutes Beispiel, wie man sich in der Gemeinschaft verhalten
sollte. Mich hat's jedenfalls für's erste davon abgehalten, mir den
Bug mal näher anzusehen ...

Viele Grüße,

-- Thorsten

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Sophia Schröder-3 Sophia Schröder-3
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Andreas Säger
Hallo *,

ich nutze derzeit auch Windows 10, könnte eventuell wie es meine Zeit /
Gesundheit / etc. erlaubt
bei dem einen oder anderen Bugreport zum Bestätigen dieser meine Hilfe
anbieten.

Ein "query" wäre ganz gut, da ich offengestanden mit Bugzilla etwas auf
technischem Kriegsfuß stehe.


Am 12.06.2018 um 18:27 schrieb Andreas Säger:
> Ich wundere mich nur, dass ausgerechnet ein Windows-User wegen eines
> zusätzlichen Codec-Paketes von 14,1 MB so eine Welle schiebt.
>
> LibreOffice ist kein natives Windows-Programm. LibreOffice ist auf
> Windows nur zu Gast. Es schreibt ein paar Icons und Zuständigkeiten in
> die Registry, alle internen Settings landen in einem Profilordner, und
> auch sonst nutzt es nur wenige systemspezifische Schnittstellen.
>
>

--
Regards / Mit freundlichen Grüßen

Sophia Schröder
---
German Language Team
LibreOffice.org
Help Files Debugger
IRC: SophiaS


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Jörg Schmidt-2 Jörg Schmidt-2
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

In reply to this post by Thorsten Behrens
Hallo Thorsten, Andreas,

> From: Thorsten Behrens [mailto:[hidden email]]
> Sent: Wednesday, June 13, 2018 11:35 AM
> To: [hidden email]
> Subject: Re: [de-discuss] Re: LibreOffice Qualität - wieso
> gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?
>
> Moin Jörg,
>
> Jörg Schmidt wrote:
> > ...aber der ursprüngliche Frager hat auf den von ihm verfassten
> > Issue hingewiesen und dort steht das er das Codec-Paket installiert
> > hat und es _trotzdem_ nicht funktioniert (Windows 10)
> >
> Yep, aber trotzdem ein ziemlich anmaßender Auftritt hier, weil halt
> "sein" Blockerbug nicht gefixt ist.

mmh ... ich habe jetzt nochmal die Email von Andreas gelesen, kann sein das ich
seine Sicht falsch verstanden hatte, denn ich nahm bei meiner Antwort noch an, das
Andreas seinerseits annahm der Nutzer wäre nur zu faul die Codecs zu installieren,
mutmaßlich ging es aber Andereas auch um den 'Auftritt'.


Gruß
Jörg


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Andreas Säger Andreas Säger
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Am 14.06.2018 um 16:29 schrieb Jörg Schmidt:

> Hallo Thorsten, Andreas,
>
> mmh ... ich habe jetzt nochmal die Email von Andreas gelesen, kann sein das ich
> seine Sicht falsch verstanden hatte, denn ich nahm bei meiner Antwort noch an, das
> Andreas seinerseits annahm der Nutzer wäre nur zu faul die Codecs zu installieren,
> mutmaßlich ging es aber Andereas auch um den 'Auftritt'.
>
>
> Gruß
> Jörg
>
>

Es nervt manchmal wenn ein so "fettes" Projekt wie LibreOffice nicht
perfekt in das jeweilige Betriebssystem integriert ist. Geht mir unter
Linux auch oft so. Aber sich wegen eines eher selten genutzten
Multimedia-Features dermaßen aufzuspulen wenn das Problem mit einem
Download von 14,1 MB zu lösen ist finde ich dann doch etwas befremdlich.
Ich weiß auch nicht, was an dem genannten Codec-Paket jetzt fragwürdiger
sein soll als an dem ganzen Schrott, den man von MS ungefragt und
gigabyteweise auf die Platte geblasen kriegt
(sorry, ich kämpfe an meinen Wochenenden mit Windows10 auf Rechnern, die
eigentlich zum Arbeiten bestimmt sind und bin zugegebenermaßen total
angefressen).


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Herbert Thomson Herbert Thomson
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Re: LibreOffice Qualität - wieso gibt es noch so viele offensichtliche und gravierende Fehler?

Hallo Andreas und alle anderen,

es ist eben _nicht_ mit der Installation dieses Codecs getan, weil
irgend eine Komponente wohl nicht mit der anderen kompatibel ist.

Und ich habe kein Problem mit der Tatsache an sich, dass ich mir
Zusatzprogramme installieren muss.

Doch ich habe hier aus der Entwicklerperspektive bemängelt, dass das
Verlassen auf mehrere Stufen von Fremdbibliotheken
(Fremd-MS-Schnittstelle und obendrauf noch ein Fremd-Plugin, also
doppelt "fremd" sozusagen) die Sache eben sehr fragil macht und genau
für diese Ärgernisse hier sorgt. Auf den Developer-Rechnern kann eine
ganz andere Version der Schnittstelle und/oder des Codecs vorhanden
sein, und es ist wohl nahezu unmöglich, sämtliche Kombinationen aus
LO-Version, Schnittstellen-Version und Codec-Version zu testen. Hier
haben wir bereits kubisch viele Kombinationen. Und das kommt eben daher,
wenn man nur Frickel-Lösungen macht, anstatt es richtig zu implementieren.

Die erste und naheliegendste Möglichkeit wäre, einfach die neuere
Schnittstellen-Generation zu verwenden, für die man keine Codecs
braucht. Damit fiele eine Fehler-Dimension weg.

Noch besser, und das habe ich auch in dem Bug-Report vorgeschlagen, wäre
es, die Multi-Media-Funktionen einfach selbst mitzuliefern. Ich hatte
das freie, programmunabhängige ffmpeg vorgeschlagen. Das ist ein
Wunder-Tool, was nahezu jedes Format kann. Aber wahrscheinlich könnte
man auch direkt den VLC-Player nehmen. Dann hat man nicht nur Decoding,
sondern auch Wiedergabe gelöst. Das müsste man einfach Plug-&-Play-mäßig
in LibreOffice einbinden - aufgrund der freien Lizenz kann man es auch
direkt mitliefern - und schon habt ihr sämtliche Fehler-Dimensionen
eliminiert, weil man ja dann eine feste Version mitliefern, die
unabhängig davon ist, wo es der Konsument installiert.

Aber wieso ist für solche visionären Überlegungen kein Raum, wieso steht
das nicht auf der Agenda? Klar, das wäre ein durchaus größerer Umbau der
Software. Aber hier ist wohl auch wieder das Problem falscher
Prioritäten oder fehlender Strukturen... So etwas wie ein
Langzeit-Development-Branch wäre nicht schlecht. Bei Firefox werden z.B.
drei bis vier zukünftige Branches parallel entwickelt, und was die dort
mit Quantum auf die Beine gestellt haben, was sicher mehrere Jahre
Vorlauf gebraucht hat, obwohl man zwischen drin immer wieder jeden Monat
ne neue Version raus gebracht hat, ist schon erstaunlich. Wobei Firefox
wiederum das Problem hat, dass von oben herab irgendwelcher
Schwachsinns-Features ausgedacht werden, wie Firefox Hello, was nur
Ressourcen kostet, und später wieder entfernt wurde. Ich sage das, weil
es zeigt, dass das setzen der Prioritäten tatsächlich nicht trivial ist
und sehr vieler guter Überlegungen bedarf. Das ist mir bisher bei sehr
vielen Open-Source (aber auch proprietärer Software) aufgefallen. Und
das meine ich nicht nur in dem Sinne, welches Feature denn jetzt konkret
gemacht wird, sondern auch auf der Meta-Ebene, also dass man die
richtigen Strukturen bereitstellt, sodass sich die Software dann im
gewünschten Sinne entwickelt, wie z.B. das oben erwähnte Beispiel mit
dem Langzeit-Development-Branch. Das ist durchaus etwas, was man
beeinflussen kann, auch wenn die Entwickler alles nur freiwillig machen.

...Jetzt ist der Text doch ein wenig länger geworden, aber nachdem hier
Lügen über mich verbreitet werden (wie dass ich mich nur aufrege, weil
ich einen Codec installieren müsse), musste ich einfach nochmal schreiben...

Grüße,
Herbert


Am 14.06.2018 um 18:02 schrieb Andreas Säger:

> Am 14.06.2018 um 16:29 schrieb Jörg Schmidt:
>> Hallo Thorsten, Andreas,
>>
>> mmh ... ich habe jetzt nochmal die Email von Andreas gelesen, kann sein das ich
>> seine Sicht falsch verstanden hatte, denn ich nahm bei meiner Antwort noch an, das
>> Andreas seinerseits annahm der Nutzer wäre nur zu faul die Codecs zu installieren,
>> mutmaßlich ging es aber Andereas auch um den 'Auftritt'.
>>
>>
>> Gruß
>> Jörg
>>
>>
> Es nervt manchmal wenn ein so "fettes" Projekt wie LibreOffice nicht
> perfekt in das jeweilige Betriebssystem integriert ist. Geht mir unter
> Linux auch oft so. Aber sich wegen eines eher selten genutzten
> Multimedia-Features dermaßen aufzuspulen wenn das Problem mit einem
> Download von 14,1 MB zu lösen ist finde ich dann doch etwas befremdlich.
> Ich weiß auch nicht, was an dem genannten Codec-Paket jetzt fragwürdiger
> sein soll als an dem ganzen Schrott, den man von MS ungefragt und
> gigabyteweise auf die Platte geblasen kriegt
> (sorry, ich kämpfe an meinen Wochenenden mit Windows10 auf Rechnern, die
> eigentlich zum Arbeiten bestimmt sind und bin zugegebenermaßen total
> angefressen).
>
>


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